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Projektbeschreibung

Ausgangssituation

Da mit der Errichtung von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien (EE) Flächen beansprucht und ökologische Wirkungsgefüge wie Gewässer oder Boden als Energielieferant genutzt werden, ergeben sich zwangsläufig Berührungspunkte mit Zielen des Natur- und Umweltschutzes und damit auch mit Zielen der Nachhaltigkeit.

Dem positiven Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz können somit gleichermaßen nachteilige Auswirkungen auf Natur und Landschaft entgegenstehen, wenn die Erzeugung und Nutzung von EE nicht naturverträglich erfolgt. Dies kann unter Umständen auch zu einer Minderung der öffentlichen Akzeptanz von EE führen.

Durch den Aufbau eines Systems von Naturschutzstandards für die Erzeugung und Nutzung Erneuerbarer Energien sollen die Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft gemindert werden und damit Zielkonflikte minimiert sowie die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien erhöht werden. Bisher ist eine angemessene Berücksichtigung von naturschutzfachlichen Standards nicht gewährleistet. Verantwortlich dafür sind insbesondere die folgenden Bedingungen:

  • Wissensdefizite über die Auswirkungen neuer Technologien und Nutzungsformen,
  • Unklarheit über bestehende Entscheidungsmechanismen und Steuerungsinstrumente,
  • zu wenig passgenaue sowie fachlich sowie akzeptierte Mindestanforderungen bzw. Standards,
  • zu geringe Verbindlichkeit und politisches Gewicht bestehender Anforderungen des Naturschutzes.

Um eine naturverträgliche Nutzung Erneuerbarer Energien zu erreichen, wird von verschiedenen Seiten gefordert, dass naturschutzfachliche Ziele mit Hilfe überprüfbarer und abgestimmter Standards sowohl in die Planung und Genehmigung von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien als auch in die Bereitstellung von energetisch genutzter Biomasse integriert werden.

Zielsetzung

Wenn naturschutzfachliche und ökologische Mindeststandards für die verschiedenen Sparten der EE sowie für ihre verschiedenen Nutzungsformen (Wärme, Strom und Kraftstoffe) festgelegt werden sollen, muss einerseits der Stand des Wissens zu den Umweltauswirkungen der einzelnen Sparten der EE sowie den damit verbundenen Nutzungsaktivitäten bekannt sein. Zum anderen müssen Informationen über die unterschiedlichen Ebenen und Situationen vorliegen, auf denen über die Art der Erzeugung und Nutzung von EE entschieden wird (Gesetzgebung, Rahmenplanung, Zulassung, Investition usw.) sowie die jeweils beteiligten Akteure (Politik, Verwaltung, Verbände, Investoren usw.) bekannt sein. Nur dann können die Standards entscheidungs- und praxisbezogen formuliert und zusammengestellt werden.

Im Forschungsvorhaben sollen daher die Rahmenbedingungen identifiziert und mögliche Wege aufgezeigt werden, um ein umsetzungsorientiertes System von naturschutzfachlichen und ökologischen Vorsorge- und Mindeststandards für die Erzeugung (anlagen- bzw. standort- und betriebsbezogen) und Nutzung (Strom, Wärme, und Kraftstoffe) der Sparten Bioenergie, Windenergie an Land und auf See, Wasserkraft, Solarenergie und Geothermie entwickeln zu können.

Vorgehensweise

Die Erarbeitung der Anforderungen erfolgt auf der Grundlage des bestehenden Wissens zu Auswirkungen und Konflikten der Erzeugung und Nutzung von EE. Der Stand des Wissens wird systematisiert und in einer internetgestützten Informationsplattform nutzerorientiert aufbereitet und bereitgestellt. Dazu wird ausgehend von den unterschiedlichen Sparten und den damit verbundenen detaillierten Nutzungsaktivitäten sowie den dadurch verursachten spezifischen Auswirkungen auf Natur und Umwelt eine Struktur entworfen, die neben den Wirkungszusammenhängen und Einflussfaktoren bereits vorliegende bzw. von verschiedenen Akteuren aktuell vorangetriebene Standardbildungen kontinuierlich einbindet und reflektiert (vgl. Abbildung).

Arbeitsschritte

  1. Um das Arbeitsfeld genauer zu definieren, werden zunächst die verschiedenen Sparten und Nutzungsformen der EE aus Sicht des Naturschutzes gegeneinander abgegrenzt und strukturiert. Dies umfasst auch die Zuordnung der relevanten Technologien zu Nutzungsaktivitäten, die als Ursache der potenziellen Konflikte mit den Zielen des Naturschutzes analysiert und beschrieben werden. Parallel dazu wird der Begriff der Standardisierung im Kontext des Projektes definiert. Dabei ist auch zu klären, wie und wo Standards bezogen auf den Sachgegenstand Naturschutz und Erneuerbare Energien ansetzen können.
  2. Für die einzelnen Sparten und Nutzungsformen der EE werden weiterhin der Stand des Wissens zu den bekannten möglichen Auswirkungen erfasst und die daraus resultierenden potenziellen Konflikte aber auch Synergien mit den Zielen des Naturschutzes zusammengetragen und nutzerorientiert aufbereitet.
    Damit wird aufgezeigt, wie sich die Handlungen im Zusammenhang mit den einzelnen Sparten auf bestimmte Naturschutzziele auswirken.Damit das als Voraussetzung für die Konfliktanalyse erforderliche Wissen über die Wirkungszusammenhänge auch für Dritte einfach verfügbar gemacht werden kann, wird der vorliegende Stand des Wissens aus Forschungsvorhaben und Publikationen systematisch dokumentiert und auf einer internetgestützten Informationsplattform präsentiert.
  3. Parallel zur Konfliktanalyse werden die spezifischen Entscheidungssituationen (Akteure und zu treffende Entscheidungen) sowie Steuerungsinstrumente (Recht, Förderung, Informationen) im Zusammenhang mit den einzelnen EE-Sparten analysiert. Auf diese Weise wird deutlich, auf welcher Ebene innerhalb der Entscheidungsstrukturen zu den einzelnen Sparten welche Entscheidungen im Zusammenhang mit der Erzeugung und Nutzung der EE getroffen werden. Auf dieser Grundlage kann später entschieden werden, wo mögliche Standards einfließen und wie sie wirksam werden können.
  4. Mit der Konfliktanalyse sowie der Analyse der Entscheidungssituationen werden gleichzeitig die bereits vorliegenden Anforderungen bzw. Naturschutzstandards recherchiert und den zuvor identifizierten Auswirkungen zugeordnet.
  5. Ausgehend von den Recherchen und aufbereiteten Informationen erfolgt dann ein Ranking der relevantesten Wirkungszusammenhänge und größten Konflikte. Diese werden in Absprache mit dem BfN und BMU hinsichtlich ihrer Relevanz und Umsetzungserfordernis bewertet (Ausmaß und Häufigkeit der Konflikte) und diskutiert. Auf dieser Grundlage werden in Abstimmung mit Experten die im Hinblick auf Standardisierungserfordernisse vertiefend zu analysierenden Bereiche festgelegt.
  6. Für die ausgewählten Bereiche werden dann die spezifischen Rahmenbedingungen vertieft untersucht. Folgende Aspekte sind für die Festlegung von Naturschutzstandards von Bedeutung:
    • Identifikation relevanter Ziele des Naturschutzes
    • Identifikation der geeigneten Ansatzpunkte für Standards
    • Beurteilung der bestehenden Vorschläge für Standards
    • Abgleich mit internationalen Standardsetzungen
    • Darstellung möglicher Strategien zur Umsetzung der Standards
    • Formulierung von Anforderungen an den Standardsetzungsprozess
  7. Anschließend werden die so erarbeiteten und beschriebenen Rahmenbedingungen für Naturschutzstandards mit Experten und Akteuren diskutiert (Naturschutzexperten aus Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung sowie Vertreter aus EE-Interessensverbänden). Dazu werden bezogen auf die im Fokus stehenden Konflikte Workshops durchgeführt und die Ergebnisse über das projekteigene Internetportal zur weiteren Kommentierung präsentiert.
 

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